Forschungsarbeit

1994 Diplomarbeit, 199 Seiten

„Analytische Untersuchung über das deutschsprachige klavierbegleitete Sololied bei Franz Wödl“

Durch Zufall wurde ich auf den österreichischen Komponisten, Kapellmeister und Musiklehrer Franz Wödl (1899-1972) aufmerksam. Seine Familie stellte mir seine gesammelten Kompositionen und Aufzeichnungen zur Verfügung. Nach eingehenden Studien seiner Werke, wobei ich mich meinen eigenen Interessen folgend besonders seinem Vokalschaffen zuwandte, zu dem neben zahlreichen Liedern auch eine große Oper („Komödie der Irrungen“) zählt, stand der Entschluss für mich fest, Franz Wödl zum Thema meiner Diplomarbeit zu machen und mit der Grundlage eines Musik- und Geschichtsstudiums in die Welt der wissenschaftlichen Forschungsarbeit einzutauchen.

Franz WödlEine wichtige Frage dabei war die Abgrenzung des musikanalytisch zu behandelten Themas . Die Auswahl bei Franz Wödl war sehr groß und die Versuchung, einen zu weiten Themenbereich zu behandeln, ebenfalls. Ich entschied mich letztendlich für „Das deutschsprachige klavierbegleitete Sololied bei Franz Wödl“, wobei ich nach eingehenden Studien aller in diesen Bereich fallender Lieder drei stellvertretend für alle anderen auswählte. Meiner Meinung nach kann man an den Liedern „Erinnerung an Rottach“,  „Das Mutterantlitz“ und „Den Freunden“ die verschiedenen „Entwicklungsstadien“ in der Kompositionstechnik Franz Wödls sehr gut verfolgen. Deshalb habe ich bewusst jeweils ein Lied aus den früheren („Erinnerung an Rottach“), mittleren („Das Mutterantlitz“) und  späten Schaffensjahren („Den Freunden“) gewählt. Bei meinen musikanalytischen Ausführungen legte ich besonderen Wert darauf, diese verschiedenen Entwicklungsstadien anhand der drei Lieder zu beleuchten.

Die Aufarbeitung der Quellen und des mir größtenteils in Originalen zur Verfügung gestandenen Notenmaterials, die mit Verwandten und Bekannten Franz Wödls geführten Interviews zum näheren Kennenlernen seiner Person (die mich quer durch Österreich und nach Nizza führten) gemeinsam mit der Analyse von Zeugnissen und Briefen und die Tatsache, über einen Komponisten und seine Werke zu schreiben, über die bis dato noch keinerlei Forschungen vorlagen, gestalteten die Arbeit zu einer ganz besonders interessanten Aufgabe.